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Deutsche Bahn unterstützt Start-ups in den Bereichen Smart Mobility, Smart City und Smart Logistic


Interview mit Manuel Gerres, Geschäftsführer bei DB Digital Ventures

Die Next Drive / IZB-Konferenz adressiert neue Mobilitätskonzepte im Zuge der Digitalisierung sowie der Automatisierung und Elektrifizierung von Fahrzeugen. Auch die Deutsche Bahn geht neue Wege in Sachen Digitalisierung und Zukunftsmobilität. Wir haben mit Manuel Gerres, Geschäftsführer bei DB Digital Ventures, gesprochen.

Herr Gerres, Sie sind Leiter Neue digitale Geschäftsmodelle und Geschäftsführer der DB Digital Ventures. Wie sieht Digitalisierung bei der Deutschen Bahn aus? Und wird sie sich auf deren Pünktlichkeit auswirken? 😉

Das Thema Digitalisierung hat bei uns zahlreiche Facetten. Zum einen setzen wir den Fokus auf die digitale Transformation unseres Kerngeschäfts, der Eisenbahn. Dabei kommen beispielsweise verstärkt Sensoren in der Infrastruktur und bei Fahrzeugen zur Anwendung, die helfen, das Bahnsystem vorausschauend instand zu halten. Dies wirkt sich auch positiv auf die Pünktlichkeit aus. Zum anderen sehen wir viele Möglichkeiten, um neue Geschäftsmodelle und Angebote im Bereich Mobilität und Logistik zu entwickeln. Eines unser primären Ziele ist es, die Kundeninteraktion zu vereinfachen und das Kundenerlebnis „smarter“ zu gestalten. Wir investieren hierfür nicht nur in Technologien, sondern entwickeln auch unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter Schritt für Schritt weiter.

Wie werden Kunden die zunehmende Digitalisierung bei der Deutschen Bahn spüren?

Unsere Kunden werden die Digitalisierung allumfassend spüren. Das beginnt bei neuen Wegen der Kundeninformation, bis hin zu neuen Services und Produkten, die die tägliche Mobilität komfortabler und verlässlicher machen. Unser Ziel ist es, für den Kunden die bestmögliche Interaktion mit uns zu gewährleisten. Hierfür gibt uns die Digitalisierung ganz neue Möglichkeiten. Vor allem deshalb, weil wir unsere Kunden digital noch besser verstehen und kennenlernen und darauf basierend Services in Zukunft noch besser maßschneidern können.

Die DB Digital Ventures investiert in Start-ups – nach welchen Kriterien wählen Sie die Projekte aus, in die Sie investieren? Dreht es sich dabei in erster Linie um Mobilität?

Wir verstehen uns als Frühphasen-Fonds, der Startups nicht nur monetär, sondern auch mit den passenden Assets, wie zum Beispiel Datenzugängen, unterstützt. Mobilität und Logistik sind unsere Kernmärkte, in die wir investieren. Wir suchen hier vor allem Optionen in Wachstumssegmenten wie Smart Mobility, Smart City und Smart Logistic. Wir schauen uns dafür weltweit nach spannenden Ideen um. In der Regel investieren wir in der ersten Runde zwischen 200.000 Euro bis zu 2 Millionen Euro.

Welche langfristige Strategie verfolgen Sie damit? Wollen Sie eine Art Innovation-Hub schaffen, wie etwa Google dies tut?

Wir wollen als Deutsche Bahn die großen digitalen Zukunftsfelder wie das autonome Fahren aktiv mitgestalten. Ein Hub-Ansatz wäre hier zu klein gedacht. Über unsere Investitionen geben wir das ganz klare Ziel aus, unser Kerngeschäft zukunftssicher zu machen und um sinnvolle Angebote zu erweitern. In mehreren Labs wird dafür an konkreten Innovationen gearbeitet. In der DB mindbox in Berlin fördern wir Start-ups, in unserem d.lab in Frankfurt am Main Design-Thinking-Projekte, und in unserem DB Schenker Lab in Dortmund entwickeln wir gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut neue Logistiklösungen.

Welche sind die vielversprechendsten Start-ups, mit denen Sie derzeit zusammenarbeiten?

Mit der DB Digital Ventures und dem Startup-Fonds sind wir erst im November 2016 gestartet. Momentan prüfen wir daher einige spannende Optionen im In- und Ausland. Mit Qixxit und Clevershuttle haben wir bereits vielversprechende Startups in unserem Beteiligungsportfolio. Partnerschaften mit Unternehmen wie Holoplot, Green Citiy Solutions aber auch Konux runden das Portfolio ab. In Summe haben wir mehr als 20 Startups, mit denen wir aktuell zusammenarbeiten.

Warum sollte ein Start-up die Zusammenarbeit mit der deutschen Bahn suchen?

Neben der Möglichkeit über die DB Digital Ventures ein Investment zu bekommen, stellen wir Unternehmen auch unser DB Ökosystem zu Verfügung. Das geht weit über klassisches Mentoring hinaus. Wir bieten Zugang zu Daten, zu Kunden, zum Mobilitäts- und Logistikmarkt – und das weltweit. Ebenso haben wir mit Plug & Play einen Partner an unserer Seite, mit dem wir Start-ups ein Accelerationprogramm in Berlin und dem Silicon Valley anbieten.

Sie ermöglichen auch ihren Mitarbeitern, ihre eigenen Ideen unter dem Dach der Digital Ventures AG zu entwickeln? Wie soll das in der Praxis aussehen?

Wir setzen hierfür ein konzernübergreifendes Intrapreneurship-Programm auf. In diesem Kontext möchten wir unseren Kollegen die Möglichkeit geben, von der Idee bis zum eigenen Unternehmen eine komplette Betreuung zu erhalten. Wir supporten bei der Ideen-Entwicklung über den Aufbau erster Geschäftsideen und Markttest bis hin zur Gründung und Finanzierung durch die DB Digital Ventures. Wir glauben an die Kraft und den Unternehmergeist, den wir auch innerhalb der DB haben und möchten ebenso wie externen Unternehmen unseren Mitarbeitern die Chance geben, ihre Ideen zu verwirklichen.

Warum sind Sie Teil der Next Drive-Konferenz?

Die Entwicklung der Mobilität im digitalen Zeitalter lebt vom Austausch, Netzwerken und Partnerschaften. In diesem Kontext ist die Next Konferenz für uns sehr spannend. Gerade das Thema Mobilität bringt vielseitige neue Player auf den Markt, mit denen wir uns gerne austauschen und gemeinsame Konzepte prüfen.

Das Interview führte Andrea Hanninger für Euroforum Deutschland.

Kostenloser Download: Statista Dossier zur Elektromobilität


Das Dossier enthält redaktionell zusammengestellte Statistiken zum Thema Elektromobilität. Es gibt Aufschluss zu Trends und Fakten zur Elektromobilität in Deutschland. Im Fokus der Datenerhebung steht die Förderung von Elektrofahrzeugen sowie verschiedene Prognosen zur Entwicklung der Elektromobilität in der Zukunft.

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In Bewegung – Volkswagens „TOGETHER – Strategie 2025″


Mit dem Zukunftsprogramm „TOGETHER – Strategie 2025″ treibt der Volkswagen Konzern seine Transformation in die Mobilitätswelt von Morgen voran. Am Vorabend des Automobilsalons in Paris Ende September sprach der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller über die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität.

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