In Bewegung – Volkswagens „TOGETHER – Strategie 2025″


Mit dem Zukunftsprogramm „TOGETHER – Strategie 2025″ treibt der Volkswagen Konzern seine Transformation in die Mobilitätswelt von Morgen voran. Am Vorabend des Automobilsalons in Paris Ende September sprach der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller über die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität.

Mobilität neu definiert

Die Automobilwelt ist auf dem Weg in ein neues Zeitalter: Die Elektromobilität und die digitale Vernetzung werden zu Game Changern. Junge Großstädter verabschieden sich vom eigenen Auto und definieren Mobilität für sich neu. Das Autonome Fahren wird das Automobil, wie wir es kennen, revolutionieren – und die Art wie es genutzt wird, ebenfalls.

Neues frisches Denken

In dieses neue Zeitalter bringen wir Stärken ein, die wichtig sind und wichtig bleiben: Kompetenz und Erfahrung im Engineering, im Maschinenbau, bei effizienten Verbrennungsmotoren. Produkte, die durch Design, Qualität und Wertigkeit bestechen. Marken, die die Menschen mit ihrer Strahlkraft begeistern. Doch die neue automobile Welt, die sich jetzt formt, fordert auch neue Kompetenzen: Sie wird geprägt sein von digitaler Vernetzung, von emissionsfreien Antrieben, einem anderen, integrierten Verständnis von Mobilität und auch von einem neuen, frischen Denken. Nur exzellente Autos zu bauen, das wird in Zukunft nicht mehr ausreichen. Leistungsstarke IT zu entwickeln, das allein genügt ebenfalls nicht. Es gilt, beides – Automobil und digitale Welt – so zu verbinden, dass Kunden, Gesellschaft und Wirtschaft davon profitieren werden. Gleichzeitig gilt es, den fundamentalen Wandel in der Antriebstechnik zu bewältigen. Die Zukunft fährt elektrisch. Und wir sind entschlossen, die Elektromobilität zu einem neuen Markenzeichen von Volkswagen zu machen. Die klassischen Antriebe werden aber noch mindestens zwei Jahrzehnte eine tragende Rolle spielen. Wir müssen und wir warden die Weiterentwicklung von Diesel und Benzinern forcieren. Parallel dazu werden wir die alternativen Technologien voranbringen.

„TOGETHER – Strategie 2025“

Die Transformation, die vor der gesamten Industrie liegt, ist eine gigantische Aufgabe. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass Volkswagen diese Transformation gelingen wird. Den Weg haben wir mit unserem Zukunftsprogramm „TOGETHER – Strategie 2025“ beschrieben. Diesen traditionsreichen Automobilkonzern umzugestalten – zu transformieren – zu einem weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität, das ist unser, das ist mein Ziel. Dazu setzen wir auf allen relevanten Zukunftsfeldern neue Akzente: Bei der Elektromobilität und in der Batterietechnologie, bei der Digitalisierung, dem autonomen Fahren und Künstlicher Intelligenz und mit neuen Mobilitätsdiensten. Künftig wird längst nicht mehr jeder ein eigenes Auto besitzen. Aber jeder kann auf die eine oder andere Art Kunde von Volkswagen sein, weil wir für Mobilität in einem viel umfassenderen Sinne als heute sorgen werden. Bis Jahresende steht das komplette Bild der „Strategie 2025“, unterlegt mit den Markenstrategien, Kennzahlen und Maßnahmen. Auf dem Weg dahin warten wir aber nicht ab, sondern haben bereits wichtige Initiativen auf den Weg gebracht:

■ Die Beteiligung von Volkswagen Truck&Bus an Navistar ist ein Meilenstein auf dem Weg zum Globalen Champion in der Nutzfahrzeugindustrie. Mit der Software-Plattform „Rio“ bringt Volkswagen Truck&Bus zudem das erste cloudbasierte Betriebssystem für die gesamte Transportbranche an den Start.

■ Audi hat Partnerschaften mit den chinesischen Internetkonzernen Baidu, Alibaba und Tencent geschlossen, um die Vernetzung seiner Fahrzeuge und intelligente Mobilitätslösungen für Städte voranzutreiben.

■ Unsere Finanzdienstleistungstochter Volkswagen Financial Services investiert innerhalb der nächsten vier Jahre eine halbe Milliarde Euro, um ihr komplettes Produktangebot zu digitalisieren.

■ Die Partnerschaft mit Gett nimmt Fahrt auf: In Moskau, wo der Markt für die Fahrtenvermittlung via App rasant wächst, bieten wir Gett-Fahrern jetzt spezielle Fahrzeugpakete an. Weitere Städte werden in Kürze folgen.

■ Mit Hamburg haben wir eine strategische Mobilitätspartnerschaft geschlossen. Gemeinsam werden wir dort Sharing-Konzepte, Elektro-Busse, den vernetzten Gütertransport und eine intelligente Infrastruktur für die Stadt von morgen erproben.

■ In China sind wir in guten Gesprächen mit dem lokalen Hersteller JAC über ein neues Gemeinschaftsunternehmen, das preiswerte Elektroautos entwickeln und bauen soll.

■ Stichwort E-Mobilität: Bis 2025 werden wir über 30 neue, zusätzliche Elektrofahrzeuge entwickeln und bauen: Autos wie das Concept Car I.D. der Marke Volkswagen, mit bis zu 600 Kilometern Reichweite. Er basiert auf der neuen Elektro-Plattform „MEB“, die wir im Konzern ab 2020 einsetzen werden.

■ Auch bei den Plug-in-Hybriden legen wir nach: Der neue Porsche Panamera 4 E-Hybrid ist der erste von 17 neuen Plug-in-Hybriden, die wir als Konzernverbund in den nächsten beiden Jahren auf den Markt bringen.

■ Der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen wird nicht ohne substanzielle Fortschritte bei Batterie und Infrastruktur gelingen. Auch damit beschäftigen wir uns intensiv: Unter Federführung von Porsche arbeiten wir beispielsweise an einem Schnelllade-Projekt entlang von Autobahnen für die Langstreckenmobilität.

Das Ziel: In einer Viertelstunde – also einer verlängerten Kaffeepause – werden 80 Prozent der Batterie geladen.

Zukunftsthemen entschlossen angehen

Diese und viele weitere Initiativen machen greifbar, was wir mit der „Strategie 2025“ erreichen wollen: Wir wollen ein neues Volkswagen schaffen, das die Zukunftsthemen entschlossen angeht. Das zeigt auch der Entschluss, unser neues Geschäftsfeld für Mobilitätsdienste zur 13. Marke des Volkswagen Konzerns zu machen. Bis 2025 soll diese 13. Konzernmarke zu den drei führenden Anbietern urbaner Mobilitätsdienstleistungen gehören und Marktführer in Europa werden. Die Gesellschaft ist gegründet, das Management-Team steht, Hauptsitz ist Berlin und die Büros werden in Kürze bezogen. Neben der Vermittlung von Fahrdiensten mit Gett arbeitet das Team bereits an eigenen Shuttleangeboten und Sharing-Konzepten für die urbane Mobilität. Perspektivisch könnte der Konzern auch eigene selbstfahrende Taxiflotten in Städten betreiben, sobald die Technologie reif dafür ist. Beim Ausbau des Geschäfts werden strategische Partnerschaften und Beteiligungen eine wichtige Rolle spielen. Wir sind hier in bereits weit fortgeschrittenen Verhandlungen.

Es ist vieles in Bewegung gekommen bei Volkswagen. Mir ist klar: Nicht alles, was wir jetzt auf den Weg bringen, wird erfolgreich sein. Wir warden an einigen Stellen auch scheitern – und wir werden daraus lernen. Aber: Wer nichts unternimmt, hat schon verloren. Und wer vom Spielfeldrand aus zuschaut, wird in dieser Welt, die sich in atemberaubendem Tempo verändert, zum Zaungast werden.

Diese Mentalität, Ideen rasch umzusetzen, diese Haltung, Neues zu wagen, müssen wir stärken. Auf diese Weise werden neue, faszinierende Fahrzeuge und Dienstleistungen entstehen: Mobilität, die die Menschen überzeugt und begeistert.

Matthias MüllerMatthias Müller ist Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen AG.

 

 

 

 

 


Handelsblatt Journal „Die Zukunft der Automobilindustrie"Dieser Beitrag ist Teil der aktuellen Ausgabe des Handelsblatt Journals „Die Zukunft der Automobilindustrie“, das Sie hier erhalten können:

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